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TESTBERICHTANSICHT

    Allgemeine Informationen    
 
 » Titel: PMDG MD-11
 » Entwickler: PMDG
 » Publisher: Aerosoft
 » Lizenz: Payware
 » Medium: CD-Rom
 » Preis: 59.99 €
 » Release: veröffentlicht
 » Off. Seite: Hier klicken

    PMDG MD-11 Review    
07.02.2010 - Gunter Schneider
Die MD-11 gehört ja bekanntlich nicht unbedingt zu den Verkaufsschlagern bei den Airlinern, ist aber vom Konzept her interessant und fast nur noch in der Frachtversion anzutreffen. Das vorzeitige Ende der MD-11 hängt sicherlich auch mit der Übernahme von McDonnell Douglas durch Boeing zusammen. Wie dem auch sei, PMDG hat dieses Flugzeug für den FS 2004 umgesetzt, und so kann man die MD-11 hier noch lange fliegen.
Die Box enthält neben der CD mit dem Flugzeug auch zwei bis auf die Sprachen (Deutsch bzw. Englisch) identische Handbücher sowie ein Poster, das die Cockpitsichten und Schalter übersichtlich anzeigt. Die Installation ist problemlos, neben dem Flugzeug finden sich weitere sieben (!) Handbücher auf der Platte: Die aus meiner Sicht her wichtigsten sind ein Tutorial-Flug von Heathrow nach Zürich, an Hand dessen man den Ablauf eines kompletten Fluges nachverfolgen kann. Das andere Dokument ist eine sogenannte „Introduction“, also eine Einweisung in den Flieger. Wer mehr wissen will, kann alles in den anderen fünf Büchern detaillierter nachlesen. Und diese Lektüre ist wirklich zu empfehlen, denn das Flugzeug bietet allerhand und zu viel Dokumentation kann es gar nicht geben.




Ich empfehle, nach einer Art Grundstudium, mit dem Tutorial zu beginnen. Interessant und wichtig sind aber auch Kenntnisse über die vielen Menüs und Einstellmöglichkeiten, die PMDG innerhalb des FS2004 eingebaut hat. Diese „Bedienungshilfen“ werden in dem gedruckten Handbuch ausführlich beschrieben. Ohne sich mit den Systemen und Möglichkeiten beschäftigt zu haben, erschließt sich aber nicht alles, was in den Menüs angeboten wird.


Quelle: Youtube.de Nuter "fsclips"

Es nützt aber alles nichts, ohne einige Handbuch-Studien wird man mit diesem Flugzeug nicht glücklich. Die Systemtiefe ist enorm. Das macht natürlich sehr viel Spaß, erfordert aber eben auch Kenntnisse, die man üblicherweise nicht so präsent hat. Jetzt aber zum Flugzeug, vor lauter Informationsbedarf läuft man hier als Reviewer Gefahr, ein weiteres ‚Tutorial zu schreiben....
Nach der Auswahl einer Variante und einer Livery, von denen viele auf der CD und weitere auf der Seite von PMDG verfügbar sind, und dem Laden der AIRAC-Daten, findet man sich im 2D-Cockpit wieder und sieht, wie ein Laufband die Initialisierung der Systeme herunterzählt. Danach ist der Flieger bereit für die notwendigen Eingaben in die Systeme, nicht zuletzt in das FMS. Die Triebwerke laufen und alle Systeme sind eingeschaltet. Wenn man vorher die Beschreibung des Tutorial Flights angesehen hat – am besten liegt diese Beschreibung gedruckt neben der Tastatur oder ist im zweiten Monitor aufgerufen – weiß man, dass es zunächst gilt, den Load Manager aufzurufen und etliche weitere Einstellungen vorzunehmen. Ich kann und will hier nicht dieses Tutorial wiedergeben, aber es ist geeignet, einen Flug von Anfang bis Ende mitzuerleben bzw. selbst zu gestalten und schließlich zu wissen, wie man den Flieger bedient.



Kommen wir zurück auf den Eindruck, den dieses Flugzeug macht. Im 2D-Cockpit sind die Instrumente perfekt ablesbar. Wie in jedem anderen 2D-Cockpit auch, müssen die verschiedenen Panels einzeln aufgerufen werden. Dafür gibt es auch eine Reihe von Icons, über die die wichtigsten Anzeigen angesteuert werden können. Es empfiehlt sich, einen zweiten Monitor zu benutzen, um das Hin- und Herschalten zu reduzieren, denn unter der Auswahl „Instrumentenbrett“ gibt es immerhin 44 Auswahlmöglichkeiten. Die Glas-Displays lassen sich durch Anklicken vergrößern und verkleinern und das AP-Panel lässt sich ebenfalls per Klickspot hervorheben, sehr praktisch. Aber PMDG hat hier etwas geholfen: Unter dem Menü-Punkt PMDG in der Menü-Leiste des FS 2004 kann man die Panels und vieles mehr mit eigenen Tasten auf der Tastatur belegen, was beim managen der vielen Panels sehr hilft. Im Virtuellen Cockpit kann man natürlich die meisten Panels direkt bedienen, aber einige müssen halt doch extra aufgerufen werden. Zentrales Steuerelement ist die MCDU, der PMDG auch einige Sonderfunktionen für den Simulator spendiert hat, um von hier aus Türen zu öffnen, den Pushback zu veranlassen und vieles mehr. Das finde ich ausgesprochen praktisch, da man mit der MCDU als dem zentralen Eingabe-Medium ohnehin ständig beschäftigt ist. Das Vergrößern der Panels funktioniert hier auch, überhaupt ist an der Bedienung der Panels mit ihren Schaltern, Hebeln und Knöpfen nichts auszusetzen. Die meisten Bedienelemente sind mit einem passenden Sound hinterlegt, so dass man weiß, der Schalter hat sich bewegt (und hoffentlich das bewirkt, was man wollte). Die anderen Texturen im Cockpit sind auch sehr sauber ausgeführt. Einige Verkleidungen wirken etwas künstlich, was aber kaum stört. Kleiner Gag: Der Sitz des Flugingenieurs lässt sich per Mausklick zum Jumpseat umdrehen, alle Sitze lassen sich zudem vielfältig verstellen, es wurde sogar an die Kopfstützen gedacht!



Von außen lässt das Modell auch kaum Wünsche offen, es ist gut gemacht. Viele Türen lassen sich öffnen, Triebwerke und Fahrwerk sind gut und detailliert abgebildet. Antennen, Anschlüsse und so weiter sind gut zu erkennen, insgesamt ein sehr schön gemachtes Außenmodell. Die Flugzeuge wirken auch durch die etwas verschmutzte Bemalung „echt“, man muss schon sehr nahe herangehen, bis die Texturen unscharf werden. Die Liveries müssen gezielt extra installiert werden, was ich sehr schön finde, da ich so nur die Bemalungen auf der Platte habe, die ich nutzen möchte.
Nachtflüge sind kein Problem im Simulator, die Beleuchtung ist gut gemacht und vielfältig nach individuellen Wünschen einstellbar.
Fliegerisch hat mich die MD-11 überrascht. Sie lässt sich sehr schön auch per Hand fliegen, reagiert so, wie man es von einem Flugzeug dieser Größe bzw. dieses Gewichts erwarten würde. Ein Anflug „per Hand“ ist vielleicht ungewöhnlich aber gut machbar. Die Reaktion auf Eingaben in das System, zum Beispiel über das AP-Panel erfolgen zügig und präzise, es macht wirklich Spaß, mit der MD-11 unterwegs zu sein. Dazu trägt auch der Sound bei, den ich für wirklich gelungen halte. Auch die Abstimmung, wann wie viele Geräusche der Triebwerke zu hören sind, ist perfekt.



Die Frame-Rate geht bei so viel Systemtiefe natürlich etwas herunter, aber mit meinem System lief die Simulation immer flüssig und ohne zu ruckeln. Für schwächere Systeme bietet PMDG unter dem gleichnamigen Menüpunkt etliche Einstellungsmöglichkeiten, die man ausprobieren kann. Insgesamt ist die Framerate aber erfreulich hoch.
Vor einem Fazit noch ein Tipp: In dem schon erwähnten Menü-Punkt PMDG lassen sich nicht nur etliche Einstellungen vornehmen, die schon erwähnten Keyboard-Commands festlegen sondern auch der Status des Cockpits speichern bzw. laden. Da sich die MD-11 nach dem Aufrufen immer mit den Triebwerken und Systemen „An“ lädt und initialisiert, gibt es hier die einfache Möglichkeit, zum Beispiel in „Cold & Dark“ umzusteigen, ohne umständlich alles ausschalten zu müssen oder erst über ein anderes Flugzeug in den „Cold & Dark“ Zustand zu gelangen. Nur selbst gewählte Fehler (aus dem Fehler-Menü, auch hier erreichbar) werden nicht gespeichert.
Dieses Review konnte nur einen kleinen Teil aller Möglichkeiten, die dieses Add-On bietet, aufzeigen. Sämtliche Systeme und Features mit ihren Einstellmöglichkeiten und Displays zu beschreiben ist im Rahmen dieses Reviews unmöglich. Außerdem bin ich sicher, selber noch nicht alles erkannt zu haben und so hätte dieses Review dann noch lange auf sich warten lassen.
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